Wenn Sterne verstreut sind ~ Victoria Jamieson und Omar Mohamed [Rezension]

 

Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: adrian & wimmelbuchverlag
Erscheinungstermin: 25.04.2022
ISBN: 978-3985850501
empfohlen ab: 9 Jahren
Preis: 9,99 €
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Diese bemerkenswerte Graphic Novel, ein Finalist des National Book Award, handelt vom Aufwachsen in einem Flüchtlingslager. Omar und sein jüngerer Bruder Hassan haben die meiste Zeit ihres Lebens in Dadaab, einem Flüchtlingslager in Kenia, verbracht. Das Leben dort ist hart: nie genug zu essen, schmerzlich langweilig und ohne Zugang zu medizinischer Versorgung, die Omars sprachlosen Bruder braucht. Als Omar die Möglichkeit bekommt, zur Schule zu gehen, weiß er, dass dies eine Chance sein könnte, ihre Zukunft zu verändern. . .

aber es würde auch bedeuten, jeden Tag seinen Bruder zu verlassen, das einzige Familienmitglied, das ihm geblieben ist. Herzschmerz, Hoffnung und sanfter Humor vereinen sich in dieser Graphic Novel über eine Kindheit des Wartens und einen jungen Mann, der in der schwierigsten Umgebung ein Gefühl von Familie und Heimat schaffen kann. Es ist ein intimer, wichtiger und unvergesslicher Blick auf das tägliche Leben eines Flüchtlings, wie es Omar Mohamed, der somalische Mann, der die Geschichte lebte, der New York Times-Bestsellerautorin/Künstlerin Victoria Jamieson erzählt.

Quelle Adrian Verlag

 

 

 

Für uns in unserer westlichen Welt ist es unvorstellbar unter solch schwierigen Bedingungen, wie im Camp Dadaab zu leben und zu überleben. Denn wir haben Sicherheit, ein soziales Gefüge und eine Zukunftsaussicht, die über die Grenzen eines Camps hinausgehen. Gerade deshalb finde ich es sehr wichtig, dass wir über unseren sicheren Tellerrand hinausblicken und sehen, wie es den Menschen geht, die einfach nur woanders geboren worden sind. Omar und sein Bruder Hassan wurden in Somalia geboren. Als der Vater erschossen wird, schickt die Mutter beide Kinder in einem verzweifelten Versuch sie zu retten auf die Flucht. Die Mutter verspricht nachzukommen, taucht aber in Dadaab nicht auf.

Deshalb ist Omar gezwungen auf seinen Bruder Hasan aufzupassen, denn Hassan hat eine Behinderung und so ist das Leben in Dadaab sehr schwer für die beiden.

15 lange Jahre verbringen sie in dem Flüchtlingscamp und Omar erzählt autobiographisch mit Hilfe der Grafiken von seinen und Hasans Erlebnissen und ihrem Weg raus aus dem Camp für Hunderttausende Geflüchtete. Das Leben besteht hauptsächlich aus Hunger, Arbeit und der Schule für die jungen Bewohner in Dadaab.

Die Erzähltiefe ist unglaublich, denn man spürt mit jedem Bild und jedem Text, wie schlimm und verstörend es in dem Camp zugeht. Die Eintönigkeit des Lebens, wenn man nichts hat, was man unternehmen kann ist zermürbend für Omar und Hasan. Leider nimmt es für die jungen Leser auch ein wenig die Spannung raus, da ein junger Mensch mit 9 Jahren das Ganze noch nicht vollumfänglich erfassen kann denke ich.

Von den Bildern her und der Optik wirkt das Buch zunächst wie ein Comic, aber aufgrund der Story, die dahinter steckt ist es als Graphic Novel einzuordnen. Die Nominierungen für das Buch sind absolut berechtigt, denn um den Kindern das Leben dort näher zu bringen braucht es keine Dokumentation mit ungeschönten Bildern, sondern die Zeichnungen vermitteln das Leben im Camp erst einmal kindgerechter. Auch öffnet es die Augen wie schlecht es den Flüchtlingen geht und fördert das Verständnis und die Hilfsbereitschaft der jungen Leser.

Auch bietet dieses Buch einen guten Anstoß um mit dem Kind auch über schwierigere Themen zu sprechen.

Omar Mohamed hat einen unglaublich schweren Weg zurückgelegt und nun sogar eine Hilfsorganisation für Schüler und Schülerinnen in Flüchtlingslagern gegründet. So kann er mit seinen Erfahrungswerten besser helfen und versteht auch die Nöte und Ängste der Kinder ganz anders als jemand von außerhalb.

 

 

 

Ein bewundernswerter Mensch, der einen schweren Weg gegangen ist und nun seine Bestimmung gefunden hat. Ich bin sehr froh, dass ich Teil dieser Geschichte sein durfte und auch darüber, dass Victoria Jamieson alles so wunderbar illustriert hat. Unvorstellbar, wenn man sich Bilder im Internet anschaut, wie so viele Menschen auf einem so kleinen Fleck ausharren und darauf hoffen gerettet zu werden. Ich denke aber deshalb, dass es für 9 jährige noch etwas zu schwer zu greifen sein könnte und würde das Buch erst ein wenig später empfehlen (je nach Reife des Lesers).

Ich vergebe hier:

 

 

 

 

 

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