Viel näher als zu nah ~ Angela Kirchner [Rezension]

 

Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Dressler
Erscheinungstermin: 25.09.2017
ISBN: 978-3791500577
empfohlenes Alter: 13-16 Jahre
Preis: 16,99 € / eBook: 11,99 €
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Eine Nacht, eine Party verändert alles im Leben von Fey und Lucas.Fey und ihre Freundin sind auf dem Weg nach Hause, als sie in ein Motorradrennen zwischen Ben und Lucas geraten. Ein Unfall ereignet sich und für alle vier ist nichts mehr so wie es war! Als Fey und Lucas sich wieder treffen, sollten sie sich eigentlich hassen. Doch es sprühen nicht nur vor Wut die Funken. Hat die LIebe bei all der Wut und den furchtbaren Kosequenzen der Unfallnacht eine Chance?

 

 

 

Eine wirklich ungewöhnliche Liebesgeschichte steckt in diesem Buch. Und auch der Titel ist wahnsinnig passend wie ich finde.

Doch beginnen wir von Anfang an. Fey ist eine ungewöhnliche Persönlichkeit. Schon vor dem Unfall weiß sie genau was sie will und ist nicht wie alle anderen. Lucas ist bei Mädchen ein echter Schwarm und er weiß das auch ganz genau zu seinen Zwecken zu nutzen. Dass ausgerechnet Fey in ihm tiefere Emotionen weckt scheint zunächst ganz weit weg zu sein.

Doch schon nach ihrer ersten kurzen Begegnung auf der Party ereignet sich der schreckliche Unfall. Feys Freundin muss sogar ins künstliche Koma versetzt werden und Fey ist von furchtbaren Schmerzen geplagt und muss immer wieder zum Arzt um diese irgendwann vielleicht verbessern zu können. Lucas der große Mädchenschwarm muss auf Krücken durchs Leben humpeln und weiß nur, dass er einen furchtbaren Fehler gemacht hat. Als er all seinen Mut zusammen nimmt und sich entschuldigen möchte steht ihm plötzlich das Mädchen von der Party gegenüber.

So beginnt eine Geschichte, die immer abwechselnd aus beiden Perspektiven erzählt wird. Man wird durch eine Achterbahn der Gefühle geleitet und schwankt gemeinsam mit den Protagonisten zwischen Liebe und Hass. Ab wann ist man sich viel näher als zu nah? Wo beginnen Gefühle sich zu verändern? Und kann Fey Lucas verzeihen, dass ihre Freundin im Koma liegt? Oder hintergeht sie ihre beste Freundin mit ihren Gefühlen?

All diese Fragen tauchen in der Erzählung auf und auch man selbst fragt sich unwillkürlich während man beiden folgt ob man eine solche Tat wirklich verzeihen kann.

Ab wann werden die Emotionen zu geladen? Und wo beginnt man langsam verzeihen zu können um Platz für andere Gefühle zu haben? Wie viel Reue muss ein Täter zeigen um überzeugen zu können?

Ich empfand die Ausgangssituation, die Angela Kirchner geschaffen hat als sehr spannend. Gerade dieser Zwiespalt wurde in jeder Szene deutlich und manchmal dachte ich als Leserin schon es sei ein Weg gefunden um damit umzugehen, da schaffte sie einen Weg doch wieder alles aufkochen zu lassen. Dadurch empfand ich den Roman als sehr realistisch, denn gerade junge Menschen gehen mit einem solchen Trauma noch einmal anders um als Erwachsene. Doch selbst ein Erwachsener könnte mit einer solchen Situation nicht direkt rational umgehen. Da liegt die beste Freundin wegen eines Menschen im Koma, für den man mehr empfindet als man sollte. Wie würdet ihr reagieren?

Mir persönlich hat die Tiefe des Buches sehr gut gefallen und auch die Authentizität der Protagonisten war überzeugend. Der Schreibstil ist sehr flüssig und man kann ungehindert in die Emotionen und die Ereignisse eintauchen. An einigen Stellen hätte ich mir ein paar mehr Informationen gewünscht. Das Elternhaus der Beiden spielt zwar schon eine Rolle, aber hier hätte ich gern noch mehr hinter die Kulissen geblickt. Manche Verhaltensweisen der Eltern waren mir nicht transparent genug.

Der Spannungsbogen entstand schon mit dem Unfall nach der Party. Danach spielen sich die Spannungen zwischen den beiden Protagonisten ab. Die Handlung, die beide immer wieder aufeinander treffen lässt hat mir auch gut gefallen, aber das Zwischenmenschliche und die Gedanken und Taten der beiden Protagonisten waren für mich der Haupt-Spannungsträger.

Bevor ich die Rezension beende, möchte ich auch noch einmal auf die grandiose Optik des Buches eingehen, die man auf dem Bild definitiv nicht sieht. Die Buchdeckel sind feste Papp-Einbände und die Pinke schrift ist ein Hochglanzaufdruck, der wunderbar schimmert, wenn man das Buch hin und her dreht. Durch diese einzigartige Optik sticht es aus dem Regal heraus und fällt sofort auf. Es ist also nicht nur spannend zu lesen, sondern auch optisch ein echtes Highlight.

 

 

 

Eine emotionale und tiefgründige Geschichte über ein unbedachtes Motorradrennen und dessen Folgen für vier junge Menschen. Mir hat die Erzählung gut gefallen und auch Gedanken ausgelöst darüber was in übermütigen und unbedachten jungen Menschen vorgeht, die ein Rennen anzetteln ohne die möglichen Konsequenzen zu sehen. Ich kann euch dieses Buch wirklich empfehlen, gerade weil es tiefgreifend ist und auch ein erwachsenes Lesepublikum zum Nachdenken anregt.

Ich vergebe hier:

 

 

 

 

 

 

 

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