Ungewöhnliche Fragen an ~ C.A. Raaven [Interview]

Hallo ihr Lieben,
heute hat sich C.A. Raaven bereit erklärt sich meinen ungewöhnlichen Fragen zu stellen. Was ich ihn alles gefragt habe und (noch wichtiger)
was er geantwortet hat, erfahrt ihr im gleich folgenden Interview.

Doch zunächst zeige ich euch wie gewohnt das aktuelle Werk aus seiner Feder und zwar “E-Death” ein Kriminalroman:

 

Taschenbuch: 372 Seiten
Verlag: epubli
Erscheinungstermin: 30. Juli 2017
ISBN: 978-3745007244
Preis: 10,99 € / eBook: 2,99 €
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Klappentext:

Ich weiß, wo ihr wohnt. Ich weiß, wie ihr lebt. Ich weiß, dass ich euch kriege.
Und ihr? Ihr lebt einfach weiter. Unbeschwert. Bis es Zeit ist.

Was haben eine gertenschlanke Stripperin, eine übergewichtige Kassiererin und ein Bodybuilder gemeinsam, außer dass sie tot sind?

Kriminaloberkommissar Marc Förster, Technikverweigerer und alleinerziehender Vater einer 16-jährigen Tochter, stellt fest, dass ein weiterer Umstand sie alle verbindet: Ihnen fehlen die Handys.
Im Verlauf der Ermittlungen muss er sich wesentlich mehr mit seinem eigenen Smartphone auseinandersetzen, als ihm lieb ist.
Als die Spuren immer weiter auseinanderlaufen, wird ihm plötzlich klar, dass er der Person, die für all dies verantwortlich ist, bereits viel zu nahe gekommen ist.

Freiwillig geben viele Menschen jeden Tag ihre Daten den verschiedensten Apps gegenüber preis. Was passiert, wenn sie in die Hände einer wirklich kranken Person gelangen? Denn es gibt eine solche Person. Sie macht sich die Sorglosigkeit, mit der diese Menschen ihre Smartphones mit Daten füttern, zunutze, um ihre ganz persönlichen Ziele zu verfolgen.

Quelle Amazon

Wer sich nun noch mehr Input zum Autor und seinen Werken wünscht, der kann auf der Webseite von C.A. Raaven noch ein wenig stöbern.

Doch nun kommen wir zum versprochenen Interview:

 

 

Was ist deine Lieblingsfarbe?

Normalerweise ist für Kleidung an einem freundlichen Schwarz nichts auszusetzen. Aber abgesehen von Klamotten mag ich Blautöne und ein richtig fettes Orange, wie es zum Beispiel ein Sonnenaufgang hinbekommt.

Was ist der Song, der dein Leben am besten beschreibt?

Okay, das ist schwierig. Es gibt ja so verdammt viele. Ich nehme einfach mal den, der wesentlich dazu beigetragen hat, dass ich jetzt das, was ich schreibe, auch veröffentliche. Es ist „Kein Zurück“, von Wolfsheim. Gerade der Passus „… Du willst noch leben irgendwann, doch wenn nicht heute, wann denn dann? Denn irgendwann ist auch ein Traum zu lange her! …“ war so etwas, wie eine Initialzündung, als ich ihn im Jahr 2010 nachts allein im Vorzelt eines Wohnwagens sitzend hörte. Ich hatte nicht allzu lange davor mitbekommen, dass man über Amazon tatsächlich selbst verfasste Geschichten veröffentlichen kann. Und da war dieser Text, der, zu etwa einem Drittel geschrieben, seit Jahren irgendwo in einer Schublade vergammelte, weil ich nicht der Meinung war, dafür einen Verlag zu finden. Also habe ich es getan. Die restlichen zwei Drittel schrieben sich fast von selbst, so dass ich BAT Boy schließlich veröffentlichen konnte.

Dein Lieblingsfilm?

Jetzt werdet ihr vermutlich lachen, denn es ist nicht HdR, Der Hobbit oder etwas aus dem Star Trek- oder Star Wars-Universum, obwohl sie alle einen Platz in meinem Herzen haben. Es ist, nein, es sind zwei ziemliche Schnulzen, aber ich werde nicht müde, sie mir anzuschauen. Nr. 1 ist eine gute alte Billy Wilder Liebeskomödie namens „Avanti“ und Nr. 2 ist für mich ein absolutes Muss zu Weihnachten: „Tatsächlich Liebe“. Jetzt ist es raus. Ich bin manchmal ein ziemlich sentimentaler Typ und diese beiden Streifen sind schon fast Teil meiner DNA. Inzwischen haben sie allerdings starke Konkurrenz von „Loving Vincent“ bekommen, denn die Machart ist einfach genial.

 

Lieblingsbuch?

Das ist nicht dein Ernst. Nur ein einziges? Das geht nicht. Schon allein deshalb, weil eines, das ich nicht unbedingt ständig lesen würde, für die Tatsache verantwortlich ist, dass ich mich ernsthaft mit dem Schreiben von Geschichten beschäftigt habe. Das ist allerdings eine Story für sich. Ihr könnt sie euch hier anschauen, wenn ihr mögt: http://www.c-a-raaven.de/home/das-leben/
Zurück zum Lieblingsbuch. Ich nehme die HP-Heptalogie jetzt als Gesamtwerk und kann mit Fug und Recht sagen, dass sie mein Leben immer begleiten wird.

Deine beste Eigenschaft?

Da bringst du mich mal wieder zum Nachdenken. Die für mich beste Eigenschaft an mir ist vermutlich, dass ich auch in augenscheinlich ziemlich miesen Situationen früher oder später immer etwas Positives entdecken kann. Das hilft beim Weitermachen.

Deine größte Schwäche?

Da geht es mir wahrscheinlich so, wie vielen Autoren. Ich schweife oft einfach mal ab, weil ich den Ausschnitt eines Dialogs am Nachbartisch oder irgendeine seltsame Verhaltensweise mitbekomme. Schon ist es da – das Kopfkino, das daraus versucht, den Anfang einer neuen Geschichte zu spinnen. In solchen Momenten verliere ich naturgemäß den Faden eines Gespräches, an dem ich selbst eigentlich gerade teilnehme. Also nehmt es mir nicht übel, wenn wir uns mal unterhalten sollten und ich plötzlich einen abwesenden Blick bekomme. Und fragt mich nie „Was denkst du gerade?“ 😉

Dein bisher größtes Fettnäpfchen?

Ich würde es euch sagen, wenn es eines gäbe – ehrlich. Aber vielleicht hat die Scham ja auch nur eine retrograde Amnesie bewirkt. Sei dem, wie es sei. Ich kann euch hier leider keine Antwort geben.

In fünf Jahren wirst du….?

… hoffentlich zusammen mit meiner Freundin glücklich in dem von meinem Vater geerbten und erfolgreich umgebauten Haus wohnen und viele weitere Bücher veröffentlicht haben, die eine treue Leserschaft besitzen.

Was hat dich zuletzt so richtig stolz gemacht?

Abgesehen von meinen Kindern, auf die ich immer wieder stolz bin, ist die Tatsache, dass ich einen persönlichen Dankesbrief von einem Leser erhalten habe, etwas, das mich wirklich stolz macht. Nicht nur wegen des Geschenks, das dem Brief beilag, sondern weil es bewies, dass meine Geschichten funktionieren.

Was stört dich am meisten?

Personen, die in bestimmten Situationen ständig irgendwelche Probleme sehen und nicht die Schönheit des Augenblicks genießen können.

Wofür gibst du am liebsten Geld aus?

Für Technik und Klamotten.

Und wofür würdest du niemals Geld ausgeben?

Zum Beispiel, um von einem Geistheiler von miesem Karma befreit zu werden oder ähnlichen Hokuspokus.

Dein größter Wunsch?

Dass wir alle noch viele Jahre auf unserer Erde verbringen können, um uns an guten Geschichten zu erfreuen.

Dein Idol?

Sebastian Fitzek. Da ich ihn im letzten Jahr – zumindest kurz – persönlich kennenlernen und mich davon überzeugen konnte, dass er tatsächlich nicht nur ein unermüdlicher Produzent guter Geschichten, sondern dabei noch herrlich normal und sympathisch geblieben ist.

Eine lustige Geschichte/ Begebenheit aus deinem Leben:

Dazu muss ich ein wenig weiter ausholen und ich fürchte auch, dass sich diese Geschichte auf Anhieb nicht besonders lustig anhören wird. Aber nichtsdestoweniger ist sie wahr und es kennt sie auch kaum jemand.
Früher einmal fühlte ich mich nicht besonders wohl im Dunklen. Dann begab es sich aber, dass ich in meinem ersten Ausbildungsjahr zum Aufräumen einiger Regale in den Keller geschickt wurde – ein normaler Job für den Stift eben.
Dort werkelte ich also allein vor mich hin und mistete alte Unterlagen aus, von denen tatsächlich manche sogar noch mit „deutschem Gruß“ unterschrieben waren. Gar nicht mal so uninteressant. Dabei hörte ich plötzlich, wie irgendjemand etwas rief – oder war nur meine Fantasie mit mir durchgegangen? Um das zu klären blieb ich einen Moment lang ruhig und lauschte – leider zu lange für den Hausmeister, der vermutlich gefragt hatte, ob hier im Keller noch jemand wäre. Daher war das Nächste, was ich hörte, eine gebrummelte Bemerkung über Stromverschwendung, dann ein Klicken, das zeitgleich mit dem Verlöschen des Lichtes kam, das Knallen einer zuschlagenden Stahltür und das zweimalige Klacken eines Schlüssels, der im Schloss herumgedreht wurde.

Völlig überrumpelt von dieser Wendung, die sich innerhalb von etwa fünf Sekunden abgespielt hatte, und der Tatsache, dass ich nun allein in einem stockfinsteren Keller war, wollte sich spontan Panik in mir ausbreiten. Dazu muss man auch wissen, dass dieser Keller in etwa so aussah, wie es üblicherweise Keller zu tun pflegen, in denen das FBI bei „Criminal Minds“ gerade noch rechtzeitig kommt, um einen Unschuldigen vor einem gewaltsamen Tod zu bewahren. Nur gut, dass es solche Serien Ende der Achtziger noch nicht gab.

Handys gab es allerdings leider auch noch nicht.
Es gelang mir glücklicherweise, die Panik durch Logik zu bekämpfen. Ich war ja allein dort drin, was sollte also schon passieren? Daher tastete ich mich im Dunklen vor bis zur Tür und hoffte dabei, dass sie entweder doch nicht abgeschlossen war oder sich wenigstens der Lichtschalter auf der Innenseite befand. Das stellte sich als gar nicht so leicht heraus, denn ohne Licht funktionierte mein Orientierungssinn mehr schlecht als recht. Ein paar Mal stieß ich mir den Kopf oder die Schienbeine, weil überall Ordner in oberen Regalabteilen vorstanden oder Schubladen kurz über dem Boden herausgezogen waren. Wenn mich jemand mit einer Nachtsicht-Kamera gefilmt hätte, dann hätte er sicherlich seinen Spaß an meiner Slapstick-Vorführung gehabt.
Irgendwann war ich dann doch an der Tür angelangt. Sie war natürlich zu und bewegte sich kein Stück. Zum Ausgleich war der Lichtschalter aber direkt rechts neben der Tür und im Hellen, sah alles schon wesentlich besser aus. Ich begann den Raum zu durchsuchen und stellte fest, dass es außer diesem Lagerraum noch einen weiteren Raum gab, in dem ein riesiger Berg von Schredder-Abfall gelagert wurde, wie er in einem Büro anfällt.
Ich war gerade dabei mir zu überlegen, ob ich es mir auf diesen einigermaßen weichen Papierschnipseln bequem machen sollte, als mir etwas auffiel, bei dem es mir spontan kalt den Rücken hinunterlief.

Meine Uhr zeigte kurz nach fünfzehn Uhr und es war Freitag.
Wenn ich nicht bald hier herauskam, dann würden auch die letzten Mitarbeiter der Firma in ihr wohlverdientes Wochenende gehen. Würde sich jemand wundern, dass in einem der Büros noch meine Sachen lagen? Würde überhaupt jemand in den Büros kontrollieren, ob vor dem Wochenende alles in Ordnung wäre? Würde dieser Jemand – mal angenommen, es gäbe ihn – auf die Idee kommen, dass ich mich noch irgendwo in dem sechsstöckigen Gebäude befand und mich womöglich suchen?
Diese und noch viel mehr Fragen schossen mir durch den Kopf, während ich wieder zurück zur Ausgangstür lief. Dort rüttelte ich an der Klinke und hämmerte mit der Faust dagegen, als mein Blick wieder auf etwas fiel, bei dem ich so von Hoffnung überrollt wurde, dass mir tatsächlich die Knie weich wurden.
Direkt links neben der Tür hing an der Wand ein Telefon. Es war allerdings ein sehr altmodisch aussehendes Gerät, noch mit Wählscheibe. Auch die Tatsache, dass es komplett verstaubt war, wirkte nicht besonders vertrauenerweckend.
Aber es versprach einen Draht zur Außenwelt, also hob ich den Hörer ab und wählte die interne Nummer der Zentrale, die in der Pförtnerloge beheimatet war.
Ihr könnt euch wahrscheinlich vorstellen, wie erleichtert ich war, als sich die verdutzt klingende Stimme des Pförtners meldete und fragte, ob das jetzt wieder einer dieser neuen Auszubildenden wäre, die sich ständig Scherze mit ihm erlaubten.
Wenn ich es mir recht überlege, dann könnte diese Begebenheit durchaus auch als Fettnäpfchen herhalten, aber im Nachhinein kann ich tatsächlich darüber schmunzeln. Und ein Gutes hat die Sache auch. Mein Problem mit der Dunkelheit hat sich mehr oder weniger erledigt.

Etwas, das die Leser definitiv noch nicht wussten von dir?

Ach du Schande. Das wird auch wieder schwer, weil ich mein Herz ja eher auf der Zunge trage und alles Mögliche über mich ausplaudere. Ich hoffe daher, dass es wirklich news sind, wenn ich jetzt zugebe, dass ich ziemliche Höhenangst habe. Ich traue mich zwar auf ne Leiter, aber wenn man mich auf nem Rummel in ein Kettenkarussell setzte, dann würde ich wahrscheinlich sterben.

Wohin würdest du gerne mal verreisen?

Es gibt einige Orte, die ich noch besuchen möchte, aber allem voran steht eine Helikopter-Tour zu manchen der Drehorte von HdR und dem Hobbit in Neuseeland. Ich habe in dem umfangreichen Bonusmaterial, das es zu den BluRays dazu gibt, ja schon einige Orte sehen können und wie wenig dabei mit Tricks gearbeitet werden musste. Die mal live zu erleben wäre echt cool.

Wenn du einen deiner Protagonisten im echten Leben treffen dürftest. Wer wäre es und was würdet ihr unternehmen?

Wieso ‚wenn’? Das habe ich doch schon. Schaut mal: http://www.c-a-raaven.de/home/das-universum/interview-mit-einem-raben/
Aber Scherz beiseite. Es wäre tatsächlich Lucas, den ich gern mal treffen würde. Dann könnte er mir zeigen, was es mit den ‚Mergern’ auf sich hat und wie es sich anfühlt, als Falke auf der Spitze der Antenne des Fernsehturms zu sitzen. Vielleicht hätte sich dann auch meine Höhenangst erledigt. (Anmerkung von Claudi: Lucas ist der Hauptprotagonist aus dem Buch “Bat Boy” – Details bei Amazon)

Ein böses Wort aus deinem Mund?

Drecksmist

Welche Frage würdest du dir selbst gern stellen?

Wann kommt der Bus, der die seltsamen Typen, die auf der Welt in manch hoher Position sitzen, alle abholt?

 

 

 

Vielen lieben Dank an C.A. Raaven für das tolle Interview. Und wir lesen uns beim nächsten Mal wieder, wenn ich ungewöhnliche Fragen an die Autoren stelle.

 

Copyright der Bilder liegen bei Christian Raabe (alias C.A. Raaven ), der mir die Bilder für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt hat.

 

 

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