Iremonger 1 – Die dunklen Geheimnisse von Heap House ~ Edward Carey [Rezension]

 

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Knesebeck
Erscheinungstermin: 14.04.2022
Originaltitel: Heap House
Übersetzung: Herbert und Ulli Günther
Illustrationen: John Edward Carey Harvey
Lesealter: ab 12 Jahren
Preis: 18,00 € / eBook: 13,99 €
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Iremonger-Trilogie:

  1. Die dunklen Geheimnisse von Heap House (14.04.2022)
  2. Die schmutzigen Geheimnisse von Foulsham (20.10.2022)
  3. Lungdon (t.b.a.)

Clod ist ein Iremonger. Er und seine exzentrische Familie leben in den „Heaps“, einem riesigen, wandernden und giftigen Meer an verlorenen und weggeworfenen Gegenständen, die die Iremongers seit Generationen aus ganz London zusammengetragen haben. Im Zentrum dieses Meeres steht Heap House, eine Schrottvilla, zusammengesetzt aus abgerissenen Teilen anderer Häuser, die zu einem lebendigen Labyrinth aus Treppen, Hallen und versteckten Ecken verschmolzen sind.

 

Die Iremongers sind die Könige des Schimmels, die Mogule des Moders. Sie sind eine gemeine und grausame Familie mit einer skurrilen Eigenheit: Sie erhalten bei der Geburt ein individuelles Objekt, von dem sie sich niemals trennen dürfen. Doch Clod hat eine besondere Fähigkeit: Er kann diese Dinge reden hören. Sein Geburtsobjekt, ein Badewannenstöpsel, flüstert „James Hayward Henry“, der Wasserhahn von Cousin Tummis quietscht „Hilary Evelyn Ward-Jackson“ und etwas auf dem Dachboden schreit wütend „Robert Burrington“.

 

Über Heap House braut sich ein Sturm zusammen. Die Iremongers werden unruhig, und das Geflüster wird immer lauter. Als Clod Lucy Pennant trifft, ein Mädchen, das neu aus der Stadt gekommen ist, ändert sich alles. Die Geheimnisse, die Heap House zusammenhalten, beginnen sich zu enträtseln und enthüllen eine dunkle Wahrheit, die Clods Welt zu zerstören droht.

Quelle Knesebeck Verlag

 

 

 

Als großer Tim Burton Fan, hat mich das Cover natürlich sofort total angesprochen. Und auch der Klappentext ging in diese Richtung und so habe ich mich natürlich wahnsinnig auf das Lesen gefreut. Und vor jeden Kapitel erwartete mich eine neue Illustration eines Familienmitgliedes der Iremonger. Das ist wirklich schon rein optisch ein tolles Erlebnis. Als ich den Illustrator gesucht habe und festgestellt habe, dass es der Autor selbst war, fand ich das einfach grandios.

Der Einstieg in die Geschichte ist dann auch erwartet skurril und hat gerade dadurch meine Erwartungen voll erfüllt. Allerdings wird das Buch auf mehreren Ebenen erzählt, in denen hauptsächlich Lucy Pennant und Clod Iremonger aus ihrer Perspektive jeweils erzählen. Toll ist, dass die Kapitelüberschriften immer gleich anzeigen wer gerade einen Teil erzählt, sodass ich, auch wenn Nebenprotagonisten etwas beitrugen, nicht verwirrt war. ich wusste jederzeit wer gerade etwas berichtet.

Bis die Geschichte Fahrt aufnimmt dauert allerdings recht lang. Zunächst lernt man die Protagonisten, ihre Geschichte und die Familie kennen. Außerdem nehmen die Bräuche und Geburtsobjekte der Iremonger einen großen Teil ein. Natürlich führt später alles zusammen und nimmt ab der Hälfte circa auch zusehends an Fahrt auf. Ab dem Moment konnte ich dann auch das Buch kaum noch weg legen. Aber dafür müssen sich Clod und Lucy erst mal begegnen, bevor es wirklich spannend wurde. Durchhalten lohnt sich hier jedenfalls sehr.

Der Vergleich mit Tim Burton fällt in diesem Zusammenhang vielleicht häufig, aber genau das hielt mich die ersten 200 Seiten gefangen obwohl nicht viel geschieht. Die Welt ist so skurril und es lief alles wie ein Film vor meinem Inneren Auge ab. Deshalb wäre es mega, wenn Tim Burton sich der Iremonger annehmen und einen Film daraus machen würde. Das wäre dann für mich das absolut perfekte Match.

Doch an einigen Stellen ist das Buch recht verstörend und mehr als düster. Es spielt auf einer dunklen Müllhalde, in der man umkommen kann, wenn man alleine raus geht. Es gibt einen Cousin von Clod, der sehr gewalttätig ist und dies auch gern und ungebremst auslebt. Clods “Versprochene” Pinalippy kneift gerne in Brustwarzen und verdreht diese. Und die Entwicklung rund um die Geburtsobjekte war skurril und hallt recht stark nach.

Das Finale des Buches ist genau passend gewählt und lässt natürlich offen, wie es in den nächsten Bänden weiter geht. Auch hier kann ich nur sagen, dass es nicht so läuft, wie man es vielleicht erwarten würde. Bei Edward Carey sollte man mit der Unerwarteten und düsteren Variante eines Buch-Endes rechnen. Etwas anderes hätte aber auch wohl kaum zur Geschichte gepasst, deshalb ist das für mich natürlich auch stimmig.

Die Iremongers sind für mich kein Buch, das sich schnell und einfach so weg liest. Es ist eine Geschichte, die auch nachdenklich macht. Schließlich geht es auch darum, dass die Menschheit immer mehr Müll anhäuft und der Sache einfach nicht Herr wird. Klar sind die riesigen Deponien aus denen man (ähnlich einer Wüste) nicht raus findet, die Müll-Stürme und so weiter ein wenig überspitzt, aber es passt zur Geschichte und ist durchaus gesellschaftskritisch zu sehen.

Ob ich die Iremonger nun, wie der Verlag, ab 12 Jahren empfehlen würde?  Ich persönlich sehe es als Jugendbuch ab 14 Jahren an. Also schaut mal in die Leseprobe und wenn es für eure Kids schon was ist und ihr auf Tim Burton steht, dann greift zu.

 

 

 

Es erwartet den Leser eine skurrile, merkwürdige, düstere und mysteriöse Geschichte. Nachdem die Erzählung Fahrt aufgenommen hat, ist es auch durchaus spannend zu lesen. Die Iremongers sind ein spezielles Volk und bekommen eben auch eine spezielle Geschichte. Wer Tim Burton und seinen Weltenbau mag, der sollte hier einmal einen Blick drauf werfen. Ich werde mir Teil 2 definitiv anschauen, da ich gerne wissen möchte wie es weiter geht.

Ich vergebe hier:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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