Frauen im Polizeidienst

Copyright: Michaela Küpper

 

Frauen im Polizeidienst sind heute ganz normal und alltäglich. Aber vor einem Jahrhundert sah die Sache noch ganz anders aus. Das zeigt Autorin Michaela Küpper in ihrem Buch Berlin 1922. Doch wie kamen Frauen in den Polizeidienst? Das möchte ich heute ein wenig genauer beleuchten.

 

 

 

Das Frauenbild zu dieser Zeit war ein gänzlich anderes als es heute der Fall ist. In den letzten circa 100 Jahren hat sich sehr viel getan auf diesem Gebiet, wie ich finde. Frauen damals hatten die Aufgabe für Haus, Heim und Kinder zu sorgen. Natürlich gehörte Putzen und Kochen zu dem festen Tagesablauf einer jeden Frau. Es war ohnehin schon ungewöhnlich, wenn eine Frau sich eine Erwerbstätigkeit suchte. Frauen aus dem wohlhabenden Bürgertum waren allenfalls in der Wohlfahrtspflege tätig.

In den Metropolen wurden die Frauen selbstbewusster und strebten nach ihren eigenen Interessen. Auf dem Land dauerte diese Entwicklung deutlich länger. Die allererste Frau im Polizei-Dienst war Henriette Arendt. Sie wurde 1903 in Stuttgart als erste Polizeiassistentin in Deutschland eingestellt.

Henriette Arendt

“Schwester Henriette Arend” wurde 1903 aus einem einzigen Grund bei der Polizei eingestellt. Um die Männer zu schützen während sie im Milieu ermittelten. Denn immer mehr Prostituierte beklagten sich, zeigten Männer wegen ungebührendem Verhalten an und übten so einen Druck auf die Obrigkeit aus. Die Einstellung einer Frau sollte das Problem lösen. Doch Frau Ahrend hatte plötzlich so etwas wie eigene Ideen und brachte Verbesserungsvorschläge an. Sie hielt Vorträge und schrieb Bücher und Aufsätze über die Situation der gefährdeten Kinder und Jugendlichen und der sich prostituierenden Frauen, deshalb stieß sie bei den Vorgesetzten auf massiven Widerstand. Henriette Arendt kündigte schließlich, weil sie dem ständigen Widerstand nicht mehr gewachsen war.

Weitere Entwicklung

Immer mehr Frauen kamen nach und nach mit verschiedenen Regelungen in den Polizeidienst. Während der Besetzung des Rheinlandes durch die Engländer war es der Schutz der Besatzungstruppen vor Geschlechtskrankheiten, der 1923 durch die Bildung einer uniformierten „Frauenwohlfahrtspolizei in Köln“ gewährleistet werden sollte. Ihre Hauptaufgabe bestand darin, das Problem der ansteigenden heimlichen Prostitution in den Griff zu bekommen und somit den gesundheitlichen Schutz der Soldaten zu gewährleisten. Nach Abzug der Engländer 1925 wurde die „Frauenwohlfahrtspolizei in Köln“ wieder aufgelöst.

Polizeidienst für Frauen war damals, wie schon gesagt, nicht selbstverständlich oder sogar schon ein Hinweis auf die beginnende Gleichberechtigung oder Chancengleichheit. Frauen wurden nur dann in der „Männerdomäne“ willkommen geheißen, wenn bestimmte Umstände dies zum Wohle der „Männerorganisation“ erforderlich machten. Ihre Arbeit war „der Wesensart der Frau“ angemessen und bestand aus Wohlfahrtspflege sowie Fürsorge gegenüber gefährdeten Kindern und Jugendlichen.

Später drängten die Frauen auch vermehrt zur Kriminalpolizei und mussten dort erneut um Anerkennung kämpfen und darum ernst genommen zu werden. Und obwohl auch Frauen bald eine “echte Konkurrenz” für die Männer waren. So blieb der Anteil von Frauen in Führungspositionen doch sehr lange verschwindend gering.

Ende der Siebziger Jahre wurde erst der Bundesgrenzschutz auch für weibliche Bewerberinnen geöffnet. Doch auch hier geschah dies zunächst nur aus dem Grund, dass es Untersuchungen gab, wonach sich immer weniger Männer in diesem Beruf bewerben würden. Zumindest sagten dies die Demoskopischen Untersuchungen. Und die Lücke musste ja gefüllt werden.

Heute 

Im heutigen Polizeidienst ist es nicht mehr so ungewöhnlich Frauen zu begegnen. Dennoch müssen Frauen überall noch gegen alte Ansichten kämpfen und sich immer aufs Neue beweisen. Dies gilt nicht nur im Polizeidienst, sondern in fast allen ehemaligen Männerdomänen. Und gerade deshalb ist es so wichtig und positiv, wenn Frauen die gleichen Jobs machen wie Männer. Wenn es nicht mutige Frauen gegeben hätte, die ihren Weg gehen im Polizeidienst und anderen Berufen, dann wäre unser Frauenbild heute auch noch nicht so wie es durch diese Pionierarbeit der Polizistinnen wurde.

Berlin 1922

Das Buch “Berlin 1922” von Michela Küpper, schafft es nicht nur gut zu unterhalten und uns mit rätseln zu lassen. Es zeigt vor allen Dingen auch, wie die Rosalie Menzel um die Anerkennung von Kommissar Gunther Hartmann kämpfen muss und dadurch ist das Buch nicht nur spannend und unterhaltsam, es zeichnet auch ein sehr authentisches Bild der Zeit im damaligen Berlin.

Und nun noch ein paar Weitere Informationen zum Buch:

 

Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: Ullmann Medien
Erscheinungstermin: 26.04.2021
ISBN: 978-3741525759
Preis: 9,99 €
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Berlin 1922 – eine Stadt zwischen Vergnügen und Verbrechen. Der knorrige Kommissar Gunther Hartmann und seine aufstrebende Assistentin Rosalie Menzel sind beauftragt, eine Reihe geheimnisvoller Kriminalfälle aufzuklären. Folgen Sie Hartmann und Menzel in die mondäne Welt des Stummfilms, in elegante Stadtvillen und ins verrufene Scheunenviertel. Tauchen Sie ein in 11 spannende, reich illustrierte Geschichten mit viel Zeitkolorit und werden Sie selbst zum Ermittler: Finden Sie Antworten auf eine Reihe tatrelevanter Fragen und kommen Sie dem Täter auf die Schliche! Unabdingbar sind eine gute Kombinationsgabe, logisches Denken und akribische Detektivarbeit

Quelle Ullmann Medien

 

Meine Rezension findet ihr hier:

 

 

 

 

 

 

 

 

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