Die Banner von Haven ~ Carrie Vaughn [Rezension]

 

Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: Arctis Verlag
Erscheinungstermin 09.02.2018
ISBN: 978-3038800088
Übersetzung: Gesine Schröder
empfohlenes Alter: 16-17 Jahre
Preis: 18,00 € / eBook: 13,99 €
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Haven ist eine Küstenstadt in der nach verheerenden, apokalyptischen Stürmen eine neue Zivilisation entstanden ist. Die Menschen sind nun in kleinen Gemeinschaften organisiert und erhalten symbolische Banner für Leistungen mit denen sie sich ein recht auf ein Kind verdienen können. Enid ist eine junge Ermittlerin, die Zuwiderhandlungen gegen die herrschenden Regeln aufdeckt. Eines Tages soll sie in einem rätselhaften Todesfall ermitteln und muss sich bald selbst fragen, für was sie in dieser neuen Welt wirklich stehen will.

 

 

 

Mich hat an dem Buch zunächst der Klappentext wahnsinnig angesprochen. Ich liebe Bücher, die in einer dystopischen Welt spielen und da hier noch ein rätselhafter Tod dazu kommt, habe ich gewusst, dass ich dieses Buch lesen muss, um die Hintergründe dieser Welt und auch mehr über die Geschichte zu erfahren.

Das Cover zeigt ein riesiges, rotes Banner, das über der Küstenstadt Haven schwebt wie ein Damoklesschwert. Und ich habe es tatsächlich auch irgendwie so empfunden. Man ist in dieser Gesellschaft nicht mehr frei etwas zu entscheiden. Man darf sich noch aussuchen welchen Beruf man ausüben möchte, aber die Entscheidung eine Familie zu gründen ist eigentlich das persönlichste und privateste, das man tun kann. Doch was tun erfolgreiche Familien, in denen die Frau vielleicht gar kein Baby möchte? Diese Freiheit wird den Bewohnern von Haven hier genommen. Und nicht nur das: Auch die Menge der Ernte muss streng eingehalten werden und es sollte keine Überproduktion geben. Vergehen gegen die bestehenden Regeln werden streng und umgehend bestraft.

Enid wird dem Leser zunächst vorgestellt und auch ihre Familie und Lebensweise spielt eine große Rolle. Einige Szenen aus ihrer Kindheit werden eingeblendet und erklären Enids Wunsch Ermittlerin zu werden. Ermittler werden in dieser Welt mit sehr viel Skepsis betrachtet. Schließlich stehen sie für die strikte Einhaltung der Gesetze und das macht vielen Bewohnern Angst, weil eigentlich jeder irgendetwas nur für sich selbst tut und es eigentlich zum Allgemeinwohl tun muss.

Als Enid mit ihrem Besten Freund un Ermittler Thomas einen mysteriösen Todesfall aufklären soll, begegnet Enid ihrer Vergangenheit. Es ist ihre erste Ermittlung in dieser Richtung und dennoch geht sie sehr analytisch vor. Das habe ich an ihr sehr bewundert, da sie versucht stets einen kühlen Kopf zu bewahren.

Der Spannungsbogen baut sich langsam auf. Durch die vielen Episoden aus Enids Zeit bevor sie Ermittlerin wurde, bekommt der Leser nach und nach ein gelungenes Gesamtbild ihrer Persönlichkeit. Es ist sehr spannend zu sehen wie Enid sich Schritt für Schritt an die Wahrheit herantastet und das ohne futuristische Mittel zur Hand zu haben. Der Schreibstil der Autorin ist dabei sehr gut. Man kann der Geschichte gut folgen, fühlt die ansteigende Spannung und lässt sich von ihren Worten gerne fesseln.

Nach dem Klappentext habe ich ein wenig mehr Dystopie erwartet. Es handelt sich zwar um ein dystopisches Setting, aber eigentlich ist es mehr ein Krimi. Das ist auch der Grund warum ich irgendwie etwas falsche Erwartungen an das Buch hatte. Die Banner und auch das Setting sind einfach nur eine neue Kulisse in diesem Krimi. Jedoch spielen sie nicht so eine große Rolle wie ich das auch postapokalyptischen Romanen kenne. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Informationen zu dieser Welt gewünscht und auch eine größere Rolle der Veränderungen. Auf der Reise in die Vergangenheit kommt man zum Beispiel in eine Stadt. Diese hätte sich wirklich gut geeignet um in der Vergangenheit ebenfalls hochspannende Situationen herbeizuführen. Hier bleibt die Geschichte jedoch sehr zurückhaltend wie ich finde.

Insgesamt hätte ich mir zwar mehr von der Dystopie gewünscht, allerdings hat der Kriminalteil mich so wahnsinnig gut unterhalten, dass ich auch gerne mehr aus Haven lesen möchte. Einen weiteren Teil könnte ich mir sehr gut vorstellen, obwohl das Buch in sich abgeschlossen ist.

 

 

 

Wer einen guten Krimi vor dystopischem Hintergrund lesen möchte, dem kann ich das Buch empfehlen. Ich fand es sehr spannend und würde mich freuen mehr aus Haven zu lesen.

Ich vergebe hier:


 

 

 

 

 

 

 

 

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