Thema: Liebe zu Anna Seidls “Es wird keine Helden geben”

 

Das Jahr 2014 hat für mich mit einem sehr interessanten Buch angefangen, welches sich mit ernsteren Themen auseinandersetzt. Auf eines dieser Themen möchte ich mit diesem Beitrag eingehen und euch so an meinen Gedanken dazu teilhaben lassen.

Der Beitrag bezieht sich auf das Buch “Es wird keine Helden geben” von Anna Seidl, welches ich euch HIER bereits rezensiert habe. Ich werde das Thema nicht explizit auf Miriam, die Hauptprotagonistin beziehen, da dies im Rahmen dieser Bloggerveranstaltung bereits als Thema bearbeitet wird. Ich befasse mich allgemein mit dem Thema Liebe und dem Thema Beziehung und Ehe, weil Miriams Eltern ein gutes Beispiel dafür sind wie Beziehungen sich entwickelt haben.

 

Liebe

 

1) Was ist Liebe?

2) Was bedeutet sie den Menschen?

3) Liebe im Wandel der Zeit

4) Gerät die Liebe in Vergessenheit?

 

 

1) Liebe ist zunächst nur ein Wort und wir versuchen mit diesem Wort drei ganz verschiedene Zustände zu beschreiben. Das ist dann der Moment wo dieses große Wort kompliziert wird.Wir verbinden mit einem Wort die leidenschaftliche Liebe, die Nächstenliebe und die Fürsorge zu einem großen Begriff.

Liebe ist schwer zu definieren, weil sie sich in unterschiedlichsten Gestalten zeigt. Dennoch werde ich hier versuchen meine Gedanken dazu in eigenen Worten zusammenzufassen. Liebe ist ein starkes Gefühl. Die Liebe kann einem Menschen die Kraft geben selbst die schwierigsten Zeiten zu überstehen. Wer wirklich liebt, dem ist es egal was andere sagen und denken. Weil man selbst weiß, dass es das richtige ist. Liebe ist das stärkste Gefühl, welches man einem anderen entgegen bringen kann und dabei bedarf es nicht einmal einer Erwiderung.

Man kann Liebe nicht nur zu einem Partner empfinden. Nein auch das eigene Kind/die eigenen Kinder lösen dieses starke Gefühl aus.Man kann Liebe zu seinem Haustier empfinden, man kann sein Hobby lieben,…. die Liste ließe sich beliebig fortsetzen, da Liebe so viele verschiedene Wege gehen kann. Man kann auch nicht nur einen Menschen lieben, sondern der Platz im Herzen eines jeden Menschen ist unendlich groß und so findet alles im Herzen seinen Platz. Liebe ist das einzige, das sich vermehrt, wenn man es teilt.

 

2) Da wären wir auch schon bei Punkt 2. Was bedeutet die Liebe den Menschen? Wenn ich für mich selbst spreche, so kann ich sagen, dass die Liebe einfach alles bedeutet. Sie löst Glücksgefühle aus. Außerdem gibt die Liebe Kraft um schwierige Situationen zu überstehen. Wer liebt und geliebt wird kann sich glücklich schätzen. Ohne Liebe kann der Mensch einfach nicht existieren.

Ein Experiment aus dem 13.Jahrhundert, bei dem der Stauffenkaiser Friedrich II. die Ursprache der Menschheit herausfinden wollte, zeigte deutlich, dass zärtliche Berührung und ein gewisses Maß an Zuwendung und Körperkontakt für Babys sogar überlebenswichtig ist: eine bestimmte Anzahl Babys wurden gleich nach der Geburt von ihren Müttern getrennt und zur Versorgung an Ammen übergeben. Diese wurden angehalten, die Babys lediglich zu füttern und zu säubern. Jeder weitere Kontakt, jede Zärtlichkeit oder auch nur ein liebevolles Wort war den Ammen strengsten verboten.
Das Experiment schlug gründlich fehl, da sämtliche Kinder nach kurzer Zeit starben. Der Stauffenkaiser hatte übersehen, dass nicht nur ausreichende Nahrung und regelmäßiges, frisches Wickel zu den Grundbedürfnissen eines Säuglings gehören, sondern auch Hunger nach liebevollen Kontakt gestillt werden muss.(Quelle: www.basale.at)

Auch ein Zitat möchte ich euch dazu noch mitgeben: “Es gibt nichts Schöneres, als geliebt zu werden, geliebt um seiner selbst willen oder vielmehr trotz seiner selbst.” (Victor Hugo)

Die Liebe ist die Kraft die uns antreibt. Die Liebe ist der Grund zu leben. Ohne Liebe verkümmern auch die anderen Gefühle im Menschen.

 

3) Kommen wir nun zu dem interessanten Thema wie die Liebe sich im Wandel der Zeit verändert hat,  hier gehe ich jetzt speziell auf Ehe und Partnerschaft ein, da die Liebe zu einem Kind wohl eine der Dinge ist, die sich im Laufe der Zeit fast gar nicht verändert hat.

Zu früheren Zeiten hat man seinen Partner kaum gekannt. Vielmehr wurde er von den Eltern ausgewählt und man durfte dem zukünftigen Ehemann dann einen Brief schreiben und sich vielleicht mal mit einer Anstandsdame auf einen Kaffee verabreden. Auch war damals das Zusammenleben ohne Trauschein bereits eine Sünde. Man lernte den Partner erst nach der Trauung richtig kennen und die Liebe musste im Laufe der Ehe wachsen, was leider nicht immer funktioniert hat, da die Ehe damals als unauflösbar galt, war trotz der Tatsache, dass viele unglücklich verheiratet waren, fast keine Trennungsquote vorhanden.  Dazu kam noch, dass durch die traditionelle Rollenverteilung die Partner quasi eine ökonomische Einheit waren, die man so gut wie nicht auflösen konnte, weil jeder auf den anderen angewiesen war. Der eine wusste nicht wie man Haushalt und Kinder managen kann, der andere hatte keine berufliche Ausbildung und verdiente somit kein Geld um sich selbst finanzieren zu können.

Wenn man noch weiter in der Zeit zurückgeht, sieht man, dass dieses Beziehungsmodell von 1900 schon bedeutend besser war als zum Beispiel die mittelalterliche Form der Ehe. Damals definierte eine Ehe sich noch ganz anders. Die Frau wurde dem Mann versprochen, oft schon im Kindesalter um Vorteile für die Familie herauszuschlagen. Da für die Vermählung einer Tochter  auch eine Mitgift gezahlt werden musste, war ein Sohn immer mehr wert als eine Frau. Die Frau hatte zu gehorchen  und zu tun was ihr Mann verlangt hat, an Trennung war nicht zu denken. Die Frau hat ihren zukünftigen Ehemann auch erst am Altar getroffen. Ganz selten kam es vor, dass zwei Menschen aus romantischer Liebe und persönlicher Zuneigung zur Heirat entschieden haben. Die Frau war idealerweise noch jungfräulich und musste ihrem Mann treu ergeben sein. Dem Mann wurden Verfehlungen jedweder Art von der Kirche oft nachgesehen. So wurde er bei weitem nicht so hart bestraft für Ehebruch wie eine Frau.

Heute ist die Ehe eine freiwillige Sache. Ehebruch wird nicht mehr bestraft wie damals, es ist sogar so, dass einige Paare trotz eines Treuebruchs weiterhin zusammen sind und der eine Part dem anderen vergeben hat. Es gibt auch sogenannte offenen Beziehungen wo jeder machen kann was er will und mit wem er will. Heute ist es auch bedeutend einfach sich vom Partner zu trennen als damals. Der Trend geht hin zu “Patchworkfamilien”, “Lebensabschnittsgefährten” und “Single-Gesellschaften”.

Ein gutes Beispiel dafür, dass die gesamten Strukturen sich verändert haben sind Miriams Eltern. Miriams Mutter hat die Familie vor Jahren verlassen um sich die Welt anzusehen und Miriam bekommt gelegentlich eine Postkarte. Miriams Vater kümmert sich aufopferungsvoll zusammen mit Miriams Großeltern um seine Tochter. Miriams Mutter gehört jahrelang fast nicht zur Familie dazu. Als jedoch der Amoklauf passiert kommt Miriams Mutter direkt vorbei um sich um ihre Tochter zu kümmern. Miriam weiß zunächst nichts damit anzufangen, doch mit der Zeit wendet sie sich wieder mehr ihrer Mutter zu. Die Liebe, welche Eltern für ihre Kinder empfinden ist einfach das größte was es gibt. Auch wenn Partnerschaften zerbrechen können, so wird eine Mutter immer ihr Kind lieben.

 

4) Damit wäre ich beim vierten und letzten Abschnitt meines Beitrages und der Frage: Gerät Liebe in Vergessenheit?
Meine Antwort darauf ist: Nein, die Liebe verändert sich nur. Die hohe Mobilität und die veränderten Rollenverteilungen sorgen dafür, dass jeder Mensch mehr Individualität entwickelt hat im Laufe der letzten Jahrhunderte. Welche Tochter würde sich in unserer westlichen Welt noch verheiraten lassen um der Familie irgendwelche Vorteile zu beschaffen.Das wäre heutzutage  zum Glück undenkbar.

Heute geht es bei der Beziehung nicht mehr so sehr um ein festes Rollenmodell welches im Umfeld bestehen muss, es geht vielmehr um die beiden Partner selbst. Um eine Beziehung über lange Zeit aufrecht zu erhalten müssen beide einfach mehr daran arbeiten und auf dasselbe Ziel hinauswollen. Jede Veränderung bedeutet eine neue Qualität in die Beziehung zu bringen, aber auch die Möglichkeit zu bemerken, dass es nicht mehr funktioniert. Ich glaube die Menschen brauchen die Liebe noch genauso wie früher auch, nur das Beziehungsmodell hat sich verändert und ist mit der Zeit gegangen. Die Liebe gerät also keineswegs in Vergessenheit, sondern sie wandelt sich genauso, wie auch unser Umfeld sich verändert und moderner, flexibler und offener wird.

Diese neue Offenheit hat den Vorteil, dass jeder Mensch den Weg gehen kann, der ihn selbst glücklich macht. Jeder hat die Entscheidung zu definieren ob die LIebe zu einem Partner das Glück bringt oder eine Patchworkfamilie, ob man lieber alleinerziehend ist oder ob man keine Kinder möchte, ob mit oder ohne Trauschein. Die LIebe hat so viele Gesichter und ich bin froh, dass jeder Mensch sich seine eigene Form des Glückes aussuchen kann.

 

Ich hoffe mein Beitrag hat euch gefallen und euch vielleicht auch ein wenig zum Nachdenken angeregt. Ich hätte noch viel mehr schreiben können und habe einige Sätze auch gestrichen, weil der Beitrag dabei war jeden Rahmen zu sprengen. Die LIebe ist eben ein unerschöpfliches Thema (zum Glück).

In diesem Sinne sage ich euch:

LIEBE Grüße

Eure Claudi

 

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