Nevernight 1 – Die Prüfung ~ Jay Kristoff [Rezension]

 

Gebundene Ausgabe: 704 Seiten
Verlag: Fischer TOR
Erscheinungstermin: 24.08.2017
ISBN: 978-3596297573
Übersetzung: Kirsten Borchart
empfohlenes Alter: ab 16 Jahre
Preis: 22,99 € / eBook: 16,99 €
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Mia Corvere kennt nur ein Ziel: Die Rache. Sie will diejenigen richten, die Schuld am Verderben ihrer Familie sind. Einige sehr mächtige Männer des reiches haben ihren Vater als Verräter dargestellt und ihn hingerichtet. Ihre Mutter wurde mit ihrem kleinen Bruder eingekerkert. Mia konnte den Häschern nur knapp entkommen und wurde von Mercurio auf ihre Rache und ihren Weg als Klinge der Göttin vorbereitet. Doch auf dem Weg eine Klinge zu werden muss Mia noch einige schwere Prüfungen im roten Berg bestehen. Und erst dann wird sie zur Klinge ernannt und kann ihre Liebsten rächen. Wird das Mia gelingen? Oder werden die Prüfungen sie zerstören? Einzig ihr bester Freund, eine Schattenkatze, steht ihr zur Seite. Denn Mia ist Dunkelinn und hat einige Kräfte von der Göttin verliehen bekommen, die ihr vielleicht im Roten Berg von Nutzen sein könnten…..

 

 

 

Der Einstieg in Nevernight von Jay Kristoff fiel mir nicht ganz leicht. Man muss damit rechnen, dass dies kein klassischer Fantasy-Roman ist, so wie auch Mia bei Weitem nicht die typische Heldin eines Fantasy-Epos ist.

In dem Weltenentwurf des Autors gibt es jede menge Dreck und jede Menge Derbheit. Davon wird auch zu Beginn im Prolog schon kein Geheimnis mehr gemacht und wer die Leseprobe kennt, der weiß wie es in dem Buch weitergehen wird. Denn genauso direkt und genauso schmutzig bleibt es auch. Es wird nichts beschönigt und nichts mit Blümchen verziert. Wenn jemand getötet wird, dann ist das nicht schön und genauso brutal wird es auch geschildert.

Was mich auch zu Beginn ein wenig irritiert hat sind die zahlreichen Fußnoten, die jedes Detail dieser Welt erläutern. Da wird erklärt woher Brücken und Plätze ihren Namen haben und welche Wesen woher genau stammen. Nach einigen Kapitel werden die Fußnoten ein bisschen weniger, aber so interessant auch das ganze Hintergrundwissen ist, mir war es teilweise ein wenig zu viel Information, die ich nicht einfach so abspeichern konnte, sondern alles ein wenig intensiver lesen musste. Das wurde aber auch durch den Humor des Autors an einigen Stellen wieder wett gemacht, weil in diesen Fußnoten auch teilweise nur witzige Anmerkungen stehen, die den etwas düsteren Humor zeigen und genau meinen Geschmack getroffen haben.

Doch hat man sich einmal an den Stil und die zahlreichen Fußnoten gewöhnt so lässt sich Nevernight bedeutend besser lesen. Ich konnte es ab einem gewissen Punkt auch kaum noch aus der Hand legen. Es gibt so wahnsinnig viel zu entdecken in diesem umfangreichen Buch, dass mir nicht wirklich langweilig wurde. Auch geschehen immer neue Dinge, die man nicht vorhersehen konnte und die mich in ihrer Härte und Konsequenz an einigen Stelle schockiert haben.

Mia ist als Protagonistin auch kaum das Bild einer typischen Heldin. Sie hat ihre guten Seiten, aber auch das Böse wird immer wieder hervorgehoben und man vergisst als Leser nicht, dass Mia in der Ausbildung zu einem gefürchteten Killer steckt. Man verliert als Leser nie den gesunden Respekt und die Furcht vor dieser Protagonistin.  Nein eine Heldin ist Mia wahrlich nicht und auch die anderen Akolythen sind alles andere als Unschuldslämmer. Jeder hat sein Päckchen mit sich zu tragen und alle wollen zu Klingen geweiht werden, was sie unweigerlich zu Konkurrenten macht.

Der rote Berg selbst erinnert an einigen Stellen an diverse Zauberschulen von denen man so liest. Es gibt unterschiedliche Fächer und jedes Fach wird von einem anderen Lehrer betreut. Doch ist der Unterricht ungleich gnadenloser, denn wer versagt stirbt unter Umständen und hat es somit einfahch nicht verdient zur Klinge zu werden.

Der Spannungsbogen hat eine Weile gebraucht um mich mitzureißen, aber nachdem ich mich in die Welt eingefunden hatte, musste ich einfach immer weiter lesen und konnte es gar nicht weg legen.

Und eins kann ich euch versprechen. Das Ende wird euch genauso umhauen wie es mich umgehauen hat. Denn nun möchte ich natürlich umgehend Band 2 der Trilogie lesen und hoffe diesen sehr bald in Händen halten zu dürfen, denn es ist unglaublich was edr Autor in diesem ersten Band schon alles bereit hält und ich will wissen was da noch alles kommen soll.

 

 

 

Nevernight ist sicherlich nichts für junge Fantasy-Fans, da es hier an einigen Stellen richtig zur Sache geht. Auch der Schreibstil und die Ausdrucksweise des Autors passen zu diesem Buch und man hätte es wohl auch gar nicht anders schreiben können und dürfen. Denn diese derbe und raue Welt braucht derbe und raue Protagonisten und keine Beschönigungen. Das macht das Buch aber wiederum so glaubhaft. Wer nicht vor schmutzigen, bösen und derben Szenen zurückschreckt, der wird mit diesem Buch viele spannende Lesestunden erleben. Mir hat es bis auf den etwas holprigen Anfang gut gefallen und ich freue mich auf Band 2.

Ich vergebe hier:


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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