God´s Kitchen ~ Margit Ruile [Rezension]

 

Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Loewe
Erscheinungstermin: 12.03.2018
ISBN: 978-3785584477
empfohlenes Alter: 14-17 Jahre
Preis: 14,95 € / eBook: 11,99 €
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Chi sieht aus wie ein blasses, schmales Kind. Bleiche Züge, eine zarte Haut und lange Wimpern, die mandelförmige Augen umrahmen. Doch es wirkt nur fast echt. Denn Chi ist ein Roboter an dessen Programmierung die 19 jährige Celine während ihres Praktikums mitarbeiten soll. Und zwar am Institut für neuronale Informatik in München. Obwohl Celine weiß, dass Chi nur eine Maschine ist, baut sie eine Beziehung zu ihr auf. Aber als es zu ungeklärten Todesfällen am Institut kommt, ist klar, dass das Projekt gestoppt werden muss.

 

 

 

Die 19 jährige Celine ist keine gewöhnliche Studentin. Sie ist in der Lage kleine Ausschnitte der Zukunft zu sehen, die sie meistens bewahrheiten. Doch diese Visionen machen ihr eine wahnsinnige Angst und sie versucht sie immer zu ignorieren, da sie durch den Blick in die Zukunft schon viele Freunde verloren hat. Inzwischen versucht sie ihre Gabe zu unterdrücken. Sie sieht die Gabe auch nicht als solche, sondern nennt sie den Fluch.

Ich kann auch verstehen warum sie sich so fühlt. Die Situation mit einem guten Freund, der im gleichen Wohnkomplex wie sie wohnt zeigte dies deutlich. Sie hatte eine Vision, wie er einen Unfall erlitt und warnte ihn vor. Am Ende des Tages geht es ihm zwar gut, aber das Fahrrad ist völlig hinüber, weil der LKW im Tunnel es erwischt hat. Danach seiht er Celine mit anderen Augen an. Er geht ihr aus dem Weg, scheint Angst vor ihr zu haben oder sie zumindest unheimlich zu finden. So muss es ihr schon oft ergangen sein. Und ihre schlimmste Vision vom Tod ihrer Eltern war nicht mehr abwendbar, als sie es sah.  Deshalb hasst sie diese Seite an sich und versucht sie zu ignorieren. Ich selbst würde so eine Fähigkeit nicht haben wollen und für mich wäre es auch eher ein Fluch als ein Segen. Es würde ja auch niemand glauben wollen, dass man Visionen hat und den Tod eines anderen Menschen gesehen hat. Ich möchte für mich weder wissen, wann es für mich einmal so weit ist, und auch nicht wann andere Menschen, die ich kenne sterben werden. Das wäre furchtbar, wie ich finde.

Als eine ihrer wenigen Freundinnen sie anruft und sie bittet bei ihr im Labor ein Praktikum zu machen, ahnt sie noch nichts von Chi. Zunächst begibt sie sich auch nur zu gerne in Pandoras Reich und bastelt an den Emotionen herum, die Chi im Stande ist zu zeigen. Doch je mehr Chi von sich zeigt und preis gibt, desto unheimlicher wird sie Celine. Und ihr Verdacht erhärtet sich nach und nach, da es zu ungeklärten Todesfällen am Institut kommt. Und alle hatten irgendwie mit Chi zu tun. Doch lässt Celines Theorie sich beweisen oder ist es viel zu abwegig, dass ein bewegungsloser Roboter töten kann?

Über die Digitalisierung und die Möglichkeiten, die künstliche Intelligenz beinhaltet denken wir alle mal nach. Es gibt schon unzählige Filme, die sich mit dem Thema befassen und auch einige Bücher, die Schreckens- Szenarien für die Leser bereithalten. Die Frage zu was künstliche Intelligenz fähig ist, beantwortet sich an vielen Stellen bereits in der heutigen Zeit. Es gibt zahlreiche selbstlernende Algorithmen, die eine beängstigende Trefferquote haben. Wie weit ist es da noch entfernt, dass ein Roboter denkt er könne zwischen Recht und Unrecht unterscheiden?

Mit genau dieser Frage befasst sich Margit Ruile in diesem Buch. Wie ich finde ist ihr eine jugendliche und nicht allzu technische Sicht auf das Ganze sehr gut gelungen. Natürlich geht es nicht ganz ohne Technik, aber durch die Elemente mit Celines besonderer Fähigkeit gelingt es ihr hier genug Spannung hinein zu bringen. Die Gefahr gerade bei Jugendbüchern im Scy Fy Bereich wäre ja sich in zu viel Technik zu verlieren, aber das passiert hier zum Glück nicht. Dennoch bleibt die Autorin in ihrer Geschichte und den Zusammenhängen sehr stimmig und gut nachvollziehbar.

Für mich war das Zusammenspiel zwischen der Basishandlung, dem menschlichen Aspekt und der Technik genau richtig dosiert um einen gelungenen Jungend-ScyFy-Thriller zu erschaffen.Für zu junge Leser ist das Buch nicht ganz geeignet, weil die Erklärungen an einigen Stellen erfordern, dass man die größeren Zusammenhänge erkennt. Außerdem kommt die eine oder andere Szene vor, die nicht für junges Lesepublikum geeignet ist. Nicht nur die Szenen mit den ungeklärten Todesfällen gehen hier sehr unter die Haut. Auch die eine oder andere Kommunikation mit Chi ist sehr vielschichtig und hat bei mir durchaus eine Gänsehaut verursacht.

Der Spannungsbogen baut sich zunächst langsam auf und es dauert einige Kapitel bis etwas passiert. Doch sobald Celine in die Welt der künstlichen Intelligenz tritt, ist es sehr spannend, weil es so vieles zu entdecken und zu erfahren gibt. Und spätestens, wenn die mysteriösen Fälle sich häufen, dann kann man das Buch nicht mehr weg legen, weil man wissen will ob es Celine gelingt dieses Projekt zu stoppen.

 

 

 

Mich konnte die Autorin mit ihrem Buch, trotz einer etwas längeren Anlaufphase, überzeugen. Die letzte Hälfte habe ich durchgelesen, weil ich wissen wollte, was sie sich noch hat einfallen lassen. Die Kombination einer künstlichen Intelligenz mit einem Mädchen mit seherischer Gabe hat mir spannende Lesestunden beschert.

Ich vergebe hier:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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