Lesung und Interview mit Ivonne Keller

20150619_220901Hallo ihr Lieben,

heute darf ich euch einen ganz besonderen Beitrag auf meinem Blog präsentieren. Ich war gestern am 19.05.2015 auf der Lesung von Ivonne Keller. Sie hat aus ihrem Roman „Lügentanz“ gelesen und anschließend auch für Fragen und Autogramme zur Verfügung gestanden.

Die Lesung:

Die Lesung fand in der Stadtbibliothek Bruchköbel statt und man konnte die Karten für 10 Euro in  der Rathausbuchhandlung erwerben. Im Preis inbegriffen war auch ein Willkommensdrink und Brezeln.

Der Raum in dem die Lesung stattfand füllte sich sehr schnell und bald waren alle Plätze besetzt. Um 20 Uhr ging es dann los.

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Die Lesung aus „Lügentanz“ war sehr gelungen. Die Autorin hat genau die richtigen Stellen ausgewählt um die Zuhörer noch neugieriger zu machen und dafür zu sorgen, dass man nach der Lesung das Buch unbedingt lesen möchte.

20150619_220105Anschließend durften die Zuhörer noch Fragen stellen, die alle beantwortet wurden und es gab noch die Möglichkeit sich die Bücher von Ivonne zu kaufen und diese auch signieren zu lassen.

So bevor ich nun zu dem Interview komme, möchte ich nochmal ganz herzlich Danke sagen. Die Organisation war super. Die Veranstalter haben ganze Arbeit geleistet und man hat sich sehr wohl gefühlt. Und ein besonderer Dank geht natürlich an Ivonne, die sich im Vorfeld schon bereit erklärt hat mit ein paar neugierige Fragen zu beantworten.

Das Interview:

 

Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Ganz und gar zufällig. Ich habe 2008 beim Aufräumen unseres Kellers in alten Tagebüchern geblättert und dabei spontan die Idee zu einer Geschichte bekommen, die sich zu einem Roman von 750 Seiten entwickelte. Er wurde inzwischen – auf 400 Seiten gekürzt – unter dem Pseudonym Jule Engels veröffentlicht.

 

Wie waren deine ersten Schritte bis zum ersten Buch? Und wie ist der Unterschied
vom Verlag zum selbstverlegten Buch?

Diesen ersten Roman schrieb ich ohne jegliche Vorkenntnisse. Ich befasste mich nicht mit Spannungsaufbau oder einem roten Faden, überlegte nicht viel. Als ich fertig war, bemerkte ich, dass ich den Roman mit einer Hauptfigur begonnen hatte, die im Laufe des Romans immer mehr an Bedeutung verlor. Obwohl ich sehr wenig über das Schreiben wusste, war mir klar, dass die Geschichte damit nirgends bestehen konnte. Ich beschloss, das zum Schreiben dazugehörende Handwerk zu erlernen und besuchte verschiedene Schreibseminare. Danach verfasste ich einige Kurzgeschichten, die ich bei Wettbewerben einreichte. Einige gewannen Preise, andere wurden veröffentlicht, von wieder anderen habe ich nie wieder etwas gehört.

Anschließend habe ich mit dem dazugewonnenen Wissen den ersten Roman überarbeitet.

Danach hatte ich die Idee zu meinem Roman Hirngespenster, der dann über einen Wettbewerb seinen Weg ins Knaur-Lektorat fand. Von der ersten Fassung des Romans bis hin zur Veröffentlichung als Knaur-Taschenbuch vergingen vier Jahre.

Womit ich schon bei einem der grundlegenden Unterschiede zu selbstverlegten Büchern wäre: Wenn ich mich entscheide, ein Buch selbst zu veröffentlichen – meist als eBook – dann dauert das alles in Allem nicht länger als ein halbes Jahr, denn ich entscheide ja alle Prozesse alleine. Das heißt aber umgekehrt auch, dass ich mich um alles (Lektorat, Korrektorat, Cover, Marketing) selbst kümmern und dafür in Vorlage treten muss. Ein Buch selbst zu verlegen kostet neben dem Schreiben viel Zeit für Organisatorisches und auch Geld. Beim Verlagsbuch bietet der Verlag das gesamte Drumherum und zahlt einen Vorschuss. Dafür dauert alles andere sehr viel länger, weil viel mehr Menschen an der Entstehung des Buches beteiligt sind.

 

Welches Gefühl war es das erste eigene Buch in den Händen zu halten?

Natürlich großartig. Man mag es gar nicht mehr aus der Hand legen!

 

Wie viel von dir und deinem Leben fließt in die Bücher ein? Gibt es vielleicht Protagonisten,
die dir oder einer anderen Person sehr ähnlich sind?

Unbewusst fließt vermutlich das ein oder andere mit ein – grundsätzlich ist aber alles frei erfunden. Meine eigenen Erlebnisse sind zu banal, als dass sie einfließen könnten. Es ist sogar so, dass ich eine ziemlich schlechte Geschichtenerzählerin bin, was eigene Erlebnisse betrifft. Wenn mich jemand fragt „Wie war dein Urlaub?“ dann gehöre ich zu den Leuten, die antworten „gut“. 😀

Um auf eine Person zurückzukommen, die mir möglicherweise ähnlich ist: Am ehesten kann ich mich mit Silvie aus Hirngespenster identifizieren. Ich bin auch sehr pragmatisch und zielorientiert, überhaupt nicht romantisch veranlagt. J

 

Gibt es bestimmte Rituale beim Schreiben (z.B. nie ohne Kaffee, Gummibärchen, Musik)?
Und an welchem Ort entstehen deine Romane?

Ich schreibe grundsätzlich nicht am Schreibtisch, weil mich das total blockiert. Ich schreibe in Cafés, in unserer Stadtbibliothek, in der S-Bahn – auch mal im Bett. Sehr oft höre ich dabei Musik, ich habe mir ein Tape gemixt, bei dem ich gut abschalten kann. Ich mache meist nach 30 Minuten eine kleine Pause, in der ich etwas trinke oder esse, danach geht es weiter, bis mein Tagespensum erfüllt ist.

 

Hast du feste „Schreibzeiten“ oder handhabst du das eher flexibel?

Ganz flexibel, dafür aber jeden Tag 5 Buchseiten.

 

Du schreibst ja auch unter Pseudonym. Wie kam es dazu? Und wie bist du
auf dein Pseudonym gekommen?

Ich wollte gern die beiden Genres „Frauenunterhaltung“ und „Psychologische Spannung“ trennen, daher entschied ich mich für ein offenes Pseudonym. Ich suchte einen Namen, den man sowohl englisch als auch deutsch aussprechen kann, probierte etliche Varianten aus und landete schließlich bei Alice Golding.

 

Was inspiriert dich zu deinen Geschichten? Sind es plötzliche Eingebungen oder reale Erlebnisse?

Meistens schnappe ich irgendwo etwas auf. Sei es, dass jemand in der S-Bahn telefoniert und ein Stichwort fällt, eine Zeitungsmeldung, die meine Aufmerksamkeit erregt, einmal auch der Text in einer Todesanzeige. Ehrlich gesagt kann ich das gar nicht so genau sagen. Ich ringe jedenfalls nicht um Ideen, sie kommen zu mir.

 

Wie entsteht die Geschichte bei dir? eher aus dem Bauch heraus oder plottest du minutiös?

Etwas dazwischen. Ich plotte zwar die Geschichte durch, vor allem der Grundkonflikt steht, die Wendepunkte, auch der Schluss – aber dazwischen lasse ich mich gern überraschen. Ich will gar nicht von Anfang an alles wissen, da ich sonst das Interesse an der Geschichte verlieren würde. Ich erzähle sie mir in gewisser Weise beim Schreiben selbst.

 

Wie lange dauert es von der Idee bis zum fertigen Buch?

Bei den Verlagsbüchern, weil sie umfangreicher und komplexer sind, dauert es etwa 1,5 Jahre, bei den selbstveröffentlichten Büchern ca. 6 Monate.

 

Liest du auch in deiner Freizeit Bücher? Und was ist dein Lieblingsbuch/Lieblingsautor?

Ich lese wenig, weil die Zeit fehlt, daher halte ich mich fast ausschließlich an meine Lieblingsautoren. Das sind vor allem, um auch hier zwei Genres zu nennen Petra Hammesfahr und Borger & Straub, sowie Sophie Kinsella & Marian Keyes.

 

Was machst du neben dem Schreiben noch (Beruflich, Hobbies)?

Ich lebe mit meinem Mann und meinen drei Söhnen in der Nähe von Frankfurt, wo ich neben dem Schreiben selbstständig tätig bin. Ich unterstütze Sekretariate, Buchhaltungen und Handelsabteilungen und biete außerdem Bewerbungs- und Zeugnis-Check an.

 

Wenn du einen Wunsch frei hättest, was würdest du dir wünschen?

Es würde mir gefallen, wenn ich mich voll aufs Schreiben konzentrieren könnte. Ich habe allerdings auch sehr gern mit Menschen zu tun, sodass mir meine anderen Tätigkeiten vermutlich sehr schnell fehlen würden.

 

Wenn du eine berühmte Persönlichkeit (Autor/Schauspieler/Sänger….) treffen dürftest,
wer wäre das und was würdest du gern mit der Person unternehmen?

Mein jahrelanger Wunsch war ein Treffen mit Petra Hammesfahr. Dieser Wunsch ist letztes Jahr in Erfüllung gegangen. J Ich trank mit ihr vor einer Lesung eine Cola und durfte ihr alle Fragen stellen, die ich ihr schon immer stellen wollte.

 

Und zu guter Letzt die Frage: An was arbeitest du gerade und kannst du uns
vielleicht schon eine Kleinigkeit zum neuen Projekt verraten?

Ich schreibe gerade an einem neuen Alice Golding-Roman. „Fräulein Millas Gespür für Tango“ ist ab dem 5. August in allen online-Buchhandlungen erhältlich.

Ab Juli werde ich an einem neuen Spannungsroman schreiben, der voraussichtlich im September 2016 in die Buchhandlungen kommt.

Danke für deine spannenden Fragen, Claudia!

Lügentanz Hirngespenster

Nochmal Dank an Ivonne Keller für das Interview 🙂

Mit Klick auf das jeweilige Bild landet ihr direkt auf Ivonnes Homepage wo ihr den Klappentext und weitere Infos zu den Büchern bekommt <3

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1 Kommentar

  1. Sheena

    Liebe Claudi,

    toller Bericht und klasse Interview.
    Ich war bei Ivonnes Lesung im Mai im Hugendubel (FFM) dabei gewesen und hoffe das ich bald mit Lügentanz beginnen kann.

    LG Sheena

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