Henkersmarie ~ Astrid Fritz

 

Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: Kindler
Erstveröffentlichung: 30. Mai 2015
ISBN: 978-3463406510
Preis: 19,99 Euro / eBook: 16,99 Euro
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Wir befinden uns im Jahr 1525 in Nürnberg. Hier soll eine Kindsmörderin ertränkt werden, doch der Scharfrichter kann es aus irgendwelchen Gründen einfach nicht über sich bringen. Und so tut er etwas, was sehr selten vorkommt. Er heiratet die Verurteilte frei.

8 Jahre später im Jahre 1533 in Rothenburg begegnen wir den beiden wieder. Aus der Situation ist Liebe entstanden und diese wurde mit drei Kindern belohnt. Veith (7 Jahre), Maria (5 Jahre) und das Baby Jonathan. Veith ist ein Draufgänger und Raufbold, der sich nichts sehnlicher wünscht als ganz bald in Vaters Fußstapfen zu treten. Mit seiner Art überschreitet er oftmals die Grenzen und bekommt regelmäßig Strafen vom Vater und der Mutter. Maria als Hauptprotagonistin ist eher zurückhaltend und will, nachdem sie sehr unvorbereitet erfahren musste was genau ihr Vater arbeitet, mit dem ganzen Henkersberuf nichts zu schaffen haben. Am liebsten würde sie fliehen und ein ganz neues Leben anfangen. Sie ist sehr hilfsbereit und hat ein großes Herz. Leider findet sie nur schwer Anschluss, was nicht zuletzt am Beruf des Vaters liegt. Ihr Vater ist sehr warmherzig und versucht alles möglich zu machen, damit seine Familie glücklich ist. Doch eines Tages taucht ein seltsamer Fremder auf…. Was hat es mit diesem Mann auf sich? Welches Geheimnis kennt er? Und was verbirgt Marias Familie vor ihr?

Ich kannte ja schon ein paar historische Fakten rund um den Henkersberuf. Doch dies alles nochmal aus der Sicht eines Kindes zu erleben war sehr spannend und interessant. Maria auf ihrem Weg zu folgen hat mir persönlich nochmal die Geschichte ein Stück näher gebracht und ich konnte auch noch ein paar neue Dinge erfahren aus dem Buch. So war es mir vorher nicht klar, dass die Henkersfamilie in jedem Ort etwas anders behandelt wurde. Es gab Städte, da konnte man sich als Henkersfamilie fast frei bewegen und dann gab es andere, wo die Familie gezwungen war eine Schelle zu tragen wie die Aussätzigen und wo auch nichts berührt werden durfte. Dennoch wurde der Henker auch gern mal als Heiler engagiert, da er sich bestens mit dem menschlichen Körper auskennt.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr packend und leicht zu lesen. Die historischen Hintergrundinformationen lässt sie einfliessen, ohne dass Langeweile aufkommt. So merkt man während des Lesens gar nicht, dass man gerade dabei ist etwas zu lernen. Besonders gut haben mir auch die Ortsbeschreibungen gefallen. Alles war so bildhaft dargestellt, dass ich einfach ins Buch eintauchen konnte und mich gedanklich an die einzelnen Schauplätze versetzen konnte. Etwas gefehlt hat mir hier allerdings eine Karte der Umgebung in der dieser Roman spielt. Ich selbst schaue nämlich auf Karten immer recht gern wo sich mein Protagonist gerade befindet zumal ich einen schlechten Orientierungssinn habe und es mir so leichter fällt dem Weg zu folgen, den die Figuren im Buch nehmen.

 

Fazit:

Ein spannender historischer Roman aus der Sicht einer heranwachsenden jungen Frau, der mir sehr gut gefallen hat und den ich euch empfehlen kann.

Ich vergebe hier: ★★★★★

 

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1 Kommentar

  1. Cappuccino-Mama

    Hallo Claudi,

    hach, dieses Buch scheint wirklich nach meinem Geschmack zu sein und da ich schon ein Buch von Astrid Fritz gelesen habe, das mir sehr gut gefiel, habe ich das Buch schon auf meiner gedanklichen Wunschliste. Mit den Karten, da gebe ich Dir recht – ich sehe auch gerne dort nach. Als ich von Petra Waldherr DIE RATSHERRENTOCHTER gelesen habe, die auch von einem sehr netten Henker geheiratet wurde, weil sie ansonsten enthauptet worden wäre, habe ich eine Karte auch vermisst. Die Autorin hätte gerne eine Karte im Buch gehabt, jedoch keine passende gefunden – trotz intensiver Suche.

    LG,
    Heidi, die Cappuccino-Mama

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