Das Palais Reichenbach: Metropolis Berlin ~ Josephine Winter

 

eBook: 315 Seiten
Verlag: Bastei Entertainment (19. Mai 2015)
ASIN: B00TPR8B4Q
Preis: 7,99 Euro

 

Klappentext:

1926. Die Goldenen Zwanziger Jahre. In Berlin tobt das pralle Leben, Kunst und Kultur blühen auf, die Menschen amüsieren sich in den Filmpalästen und Tanzlokalen der Stadt. Für die adelige Familie Reichenbach hingegen sind es schwere Zeiten: Der einstige Reichtum ist nur noch Fassade, und das Volk verlangt die Enteignung des deutschen Adels.

Da Fürst Paul als Familienoberhaupt der drohenden Katastrophe tatenlos zusieht, ist Fürstin Juliane gewillt, alles zu tun, um die Familie zu retten. Doch ihre drei Kinder haben ganz eigene Pläne und Sorgen. Während Prinz Fridolin Karriere in der Deutschnationalen Volkspartei machen will, muss Prinz Georg ein dunkles Geheimnis vor seiner Familie verbergen. Und Prinzessin Ina begegnet dem glücklosen Schriftsteller Theodor Barbach, der sie schon bald vor die schwerste Entscheidung ihres Lebens stellt…

WAS IST „METROPOLIS BERLIN“? Berlin in den Goldenen Zwanziger Jahren ist die Welt von „Metropolis Berlin“ – Schauplatz der drei Romane „Die Rote Burg“, „Champagner, Charleston und Chiffon“ und „Das Palais Reichenbach“. Jeder Roman erzählt eine in sich abgeschlossene Handlung. Die Figuren begegnen sich jedoch über die Romangrenzen hinweg, ihre Wege kreuzen sich und ihre Geschichten sind eng miteinander verwoben.

 

Rezension:

Fürstin Juliane von Reichenbach und ihr Mann Fürst Paul von Reichenbach stehen vor einem großen Berg Probleme. Das Volk verlangt die Enteignung des Adels, aber was kaum jemand ahnt ist, dass das Haus Reichenbach bereits pleite ist. Die Bank verlängert die Kredite nicht mehr und es scheint als sei das Fürstenhaus nicht mehr zu retten. Prinz Fridolin ist mit seinen 26 Jahren der Erbe des Hauses und glaubt die antisemitische DNVP könne helfen. Diese Haltung führt immer wieder zu Differenzen mit seinem Vater, der das Desaster über eine lohnende Heirat Prinz Fridolins abwenden möchte um so wieder Geld in die Kassen zu bringen. Prinz Georg ist 21 Jahre alt und hat neben den Geldproblemen noch ganz andere Sorgen. Er muss ein Leben im Geheimen führen, weil niemand wissen darf, dass er sich längst verliebt hat. Und auch die jüngste Tochter des Hauses Prinzessin Ina, eigentlich Christina, lernt jemanden kennen, der allerdings auch alles andere als standesgemäß ist.

Die Fürstenfamilie kommuniziert untereinander nicht ehrlich. Viele Dinge bleiben ungesagt und führen so immer wieder zu Konflikten. Dabei ist die Ausgangslage ohnehin schon schwierig. Das Buch wird aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt. Man verliert dabei aber während des Lesens nie den Überblick, da die Perspektivenwechsel sehr gelungen gesetzt sind. So folgt man mal den Mitgliedern der Reichenbach-Familie, mal den Angestellten und auch Theodor Barbach, der Schriftsteller ist, berichtet einen Teil aus seiner Sicht.

Der Schreibstil ist flüssig und es hat mir viel Spaß gemacht der Geschichte zu folgen. An einigen Stellen gibt es einen Link zu Leseproben aus den anderen beiden Büchern „Champagner, Charleston und Chiffon“ und „die Rote Burg“, doch man kann auch dieses ohne Schwierigkeiten einzeln lesen. Gelungen ist bei diesen Büchern definitiv, dass es keine Rolle spielt wo man in der Reihe beginnt und ob man ein einzelnes oder alle drei liest.

In diesem Roman drehte sich die Geschichte um Geld, Familie, Verpflichtungen, tragische Ereignisse und die Liebe. Ich habe mich wieder in der Zeit zurückversetzt gefühlt und hatte alles bildlich vor Augen. Die Stellen, in denen Berliner Mundart gesprochen wurde, haben dem Ganzen wieder eine authentische Atmosphäre verliehen und dafür gesorgt, dass ich die Protagonisten deutlich vor Augen hatte.

Die Umgebung und die einzelnen Schauplätze waren so liebevoll beschrieben, dass es fesselnd und unterhaltsam war und ich mir wirklich alles gut vorstellen konnte. Dabei wurde aber nichts unnötig in die Länge gezogen, sondern die Spannung blieb die ganze Zeit über erhalten.

 

Fazit:

Eine gelungene Zeitreise hin zum Adel der 20 er und deren Leben und Leiden. Es heißt nicht umsonst „Adel verpflichtet“ und dies wurde hier sehr deutlich. Ich kann allen Fans historischer Romane das Buch empfehlen.

Ich vergebe hier: ★★★★★

 

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